Artikel mit Schlagworten ‘Führung’
IT-Strategie – Was muss drin sein?
24. November 2007
Kennen Sie nicht die regelmäßigen Formulierungen und Diskussionen im Zusammenhang mit dem Thema IT-Strategie:
- Kaum aufgeschrieben, schon veraltet…
- Steht bei mir im Schrank, schaut keiner drauf…
- Das Tagesgeschäft überholt doch sowieso die tollen Grundsätze…
Warum sich also bemühen etwas aufs Papier zu bringen? Natürlich ist auch die Umsetzung entscheidend, denn was nützt die beste Strategie, wenn kein Prozess der Umsetzung und Überwachung den Wertbeitrag der IT-Strategie messbar macht. Sollte sich trotzdem jemand an die Arbeit machen und wie ich überzeugt sein, dass ohne dokumentierte IT-Strategie das Leben in großen Organisationen schwer fällt, stellen sich weitere Fragen.
Wie bringe ich das komplexe Thema auf 15-Seiten einer Managementfassung und auch noch so, dass andere Entscheidungsträger die ersten zwei Seiten überstehen und etwas damit anfangen können? Wie sollte der Aufbau des Dokumentes aussehen und was sollte inhaltlich enthalten sein?
Hier ein erster Versuch, die wesentlichen Überschriften und Inhalte eines Beispieldokumentes zu erarbeiten. Typisch im Rahmen eines IT-Strategie Dokumentes ist die Ausrichtung auf 3-5 Jahre mit einer jährlichen Überprüfung der Annahmen und Projektpriorisierungen. Die Formulierungen sollten in der Sprache der Führungsverantwortlichen der Kernbereiche in der Organisation geschrieben werden und keine "technischen Buzzwörter" enthalten. Spezielle Themenbereiche ( z.B. detaillierter Umsetzungsplan, Rahmenbedingungen der Informationsarchitektur, etc.) sollten in Anlagen bei Bedarf für spezielle Zielgruppen beigefügt werden.
- Zusammenfassung für Entscheidungsträger
- Leistung der IT zur Erreichung der Fachbereichsziele
- Prinzipien und Leitlinien des IT- Einsatzes
- Organisation, Steuerung und Finanzierungsmodell des IT- Einsatzes
- Übergreifende IT-Architektur und Anwendungsübersicht
- IT- Infrastruktur als erforderliche Basis
- IT-Service und Leistungsprozesse
- Intern und extern notwendige Umsetzungsressourcen
- Risiken im Umsetzungsprozess
- Anlagen
Wie soll dies nun auf etwa 15-Seiten gebracht werden? Welche Botschaften bzw. Inhalte sind zu den einzelnen Punkten darzulegen? Hier eine kurze Übersicht:
Zusammenfassung:
Länge: Halbe Seite
Zweck: Zusammenfassung der zentralen Handlungsfelder für Entscheidungsträger
Inhalt: Was sind die wesentlichen Leitaussagen in der IT-Strategie, die einen entscheidenden Wertbeitrag für alle Fachbereichsverantwortlichen darlegen?
Leistung der IT zur Erreichung der Fachbereichsziele:
Länge: Eine Seite
Zweck: Zusammenfassung der wesentlichen Fachbereichsziele und Darstellung des Zusammenhangs zu den in der IT-Strategie dargelegten strategischen Ausrichtungen.
Inhalt: Was sind die aktuellen Treiber in den einzelnen Fachbereichen (Ziele, Handlungsfelder und externe Faktoren)? Warum wurden die strategischen Ausrichtungen in der IT-Strategie so gewählt? Welche messbaren Kennzahlen können durch Umsetzung der strategischen IT-Handlungsfelder beeinflusst werden? Hier können Verweise zu den (soweit vorhandenen) dokumentierten Strategiedokumenten der Fachbereiche aufgeführt werden.
Prinzipien und Leitlinien des IT- Einsatzes:
Länge: Eine Seite
Zweck: Darstellung von 5-10 zentralen Prinzipien, die als Ausrichtung für den täglichen IT-Einsatz und bei IT-Entscheidungen gelten sollten.
Inhalt: Die IT-Prinzipien sollten z.B. darlegen, wo schneller IT-Service notwendig ist, welche grundsätzlichen Organisationsprinzipien in der IT gelten, welche Grundsätze bei externen Dienstleistungen Anwendung finden oder welche Schlüsselkompetenzen bei den IT-Beschäftigten zukünftig erwartet werden. Entscheidend ist hierbei die Frage, ob diese Prinzipien speziell einen Wertbeitrag zu den spezifischen Fachbereichszielen liefern oder ob man diese auf jede IT-Organisation anwenden kann, da sie so allgemeingültig gehalten sind.
Organisation, Steuerung und Finanzierungsmodell des IT- Einsatzes
Länge: Zwei Seiten
Zweck: Erläuterung zu den wesentlichen Steuerungselementen wie IT-Entscheidungen in der Organisation getroffen werden und wer welche IT-Services finanziert.
Inhalt: Wer ist an welchen IT-Entscheidungen zu beteiligen und wer ist für die jeweilige Entscheidung verantwortlich? Dies sollte für die Bereiche Strategie, Investitionen, Projektmanagement, Architektur, Infrastruktur, Sicherheit und Risikomanagement aufgeführt werden. Daneben sollte das Finanzierungsmodell der IT-Leistungen beschrieben werden (Cost-Center, Profit-Center) und Aussagen zu verursachergerechten Verrechnungsmodellen für die Fachbereiche enthalten sein.
Übergreifende IT-Architektur und Anwendungsübersicht
Länge: Zwei Seiten
Zweck: Darstellung der wesentlichen Bausteine der IT-Architektur heute und der angestrebten Zielarchitektur, die für die Unterstützung der zukünftigen Kernaufgaben notwendig ist. Kurzübersicht der heutigen Anwendungslandschaft mit Ausrichtung auf die zukünftigen Veränderungen.
Inhalt: Wie sieht das heutige Anwendungsportfolio aus und wohin soll sich die zukünftige Anwendungslandschaft entwickeln? Hierbei sollten die Kernanwendungen zu einzelnen Prozessbereichen kurz dargestellt und über kleinere Anwendungen lediglich statistische Werte benannt werden. Hier können Verweise zu Anlagen der Informationsarchitektur, technische Architektur und Umsetzungsplan der Detailprojekte aufgeführt werden.
IT- Infrastruktur als erforderliche Basis
Länge: Zwei Seiten
Zweck: Zusammenfassung zu der Basis-Infrastruktur, einschließlich Verteilung, Kosten und Zukunftsfähigkeit.
Inhalt: Was sind die heutigen Bestandteile der IT-Infrastruktur und des Betriebes? Wie sollten sie verändert werden, um noch besser die Fachbereichsziele und kostengünstige IT-Services zu unterstützen? Wie skalierbar ist die Infrastruktur? Kann sie die absehbaren zukünftigen Anforderungen optimal unterstützen (Mobilität, Virtualisierung, etc.)? Wie steht die heutige Infrastruktur im Kostenvergleich dar (optimal wären hier Benchmarkingzahlen zu vergleichbaren Organisationen)?
IT-Service und Leistungsprozesse
Länge: Eine Seite
Zweck: Zusammenfassung der Initiativen, wie die IT-Serviceprozesse effektiv und effizient gestaltet werden können.
Inhalt: Nach welchen Modellen orientiert sich die Betriebsorganisation (ITIL, ISO 20000)? Welche Bereiche werden nicht nach Standardservices organisiert (z.B. aufgrund der spezifischen Fachbereichsziele)? Hier können Verweise zu Prozessdokumentationen z.B. Störungsbearbeitung oder Veränderungsmanagement aufgeführt werden.
Intern und extern notwendige Umsetzungsressourcen
Länge: Zwei Seiten
Zweck: Zusammenfassung der internen und externen Ressourcen, die zur Umsetzung der IT-Strategie notwendig sind.
Inhalt: Wer ist für die Umsetzung der strategischen Initiativen verantwortlich? Kann dies mit den heutigen Ressourcen umgesetzt werden? In welchem Umfang sind externe Dienstleister in welchen Bereichen erforderlich? Sind neue Schulungs-/Ausbildungsmaßnahmen für neue Fähigkeiten erforderlich? Wie könnte ein Finanzierungsplan (Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen) aussehen?
Risiken im Umsetzungsprozess
Länge: Zwei Seiten
Zweck: Erläuterung der wesentlichen Risiken, die mit der Umsetzung der IT-Strategie verbunden sind und Aussagen, wie mögliche Gegenmaßnahmen aussehen könnten.
Inhalt: Wie ist das IT-Risikomanagement organisiert und mit dem Risikomanagement der Gesamtorganisation verbunden? Wer ist für das tägliche Risikomanagement (Notfallplanung, Projektrisisken, etc.) verantwortlich? Wer führt die strategische Risioüberwachung mit den Fachbereichsverantwortlichen zusammen? Welche Abhängigkeiten bestehen (externe Dienstleister, Qualitätssicherungen, etc.)?
Anlagen
Länge: Halbe Seite
Zweck: Weitergehende Dokumente zu den einzelnen Themenbereichen der IT-Strategie.
Inhalt: Glossar der möglichst gering verwendeten Fachbegriffe. Wo findet man zu einzelnen Themen weiterführende Informationen?
Dies sind einige Beispiele, wie ein IT-Strategiedokument aufgebaut werden kann. Sicherlich ist das besondere Umfeld und die Kultur in der jeweiligen Führungsetage gesondert zu betrachten, sowie die spezifische aktuelle Ressourcenlage in der Organisation. Aber vielleicht ist es ja eine hilfreiche Diskussionsgrundlage…
Weitere Artikel zum Thema IT-Strategie mit anderen Beispielen finden Sie hier:
Enterprise reloaded
15. May 2007
In seinem Vortrag auf der Konferenz Next07 beschreibt Sören Stamer von CoreMedia seine Erfahrungen mit einer neuen Führungskultur in seinem Unternehmen. Mitarbeiterbeteiligung, Kommunikationsformen und Strategieentscheidungen wurden stark verändert. Von der hierarchischen Kultur zu einem flukturierenden Netzwerk? Unternehmensgröße und Geschäftsmodell spielen sicherlich auch eine Rolle bei der Umsetzung, jedoch m.E. interessante Erfahrungen, auch wenn man nicht in einem Schnellboot sitzt.
Link: sevenload.com
IT-Großprojekte, zum Scheitern verurteilt?
1. February 2007
In seinem CIO-Artikel beschreibt Dr. Claus Herbolzheimer von Roland Berger die Risiken von IT-Großprojekten. Gleichzeitig werden Leitlinien vorgestellt, um diese Risiken zu minimieren. Am Ende des Tages sind sicherlich klare Spielregeln zwischen den Beteiligten, eine gute Kommunikation mit den TOP-Entscheidungsträgern und ein gutes Änderungsmanagement entscheidende Erfolgsfaktoren.
Der Artikel ist zu finden unter:
http://www.cio.de/markt/analysen/832292/index1.html
Wo stehen wir mit unserer IT-Organisation
30. December 2006
Die Entwicklung von strategischen Handlungsfeldern für die Ausrichtung der IT-Organisation macht nur Sinn, wenn man zuvor eine Bestandsaufnahme des Leistungsportfolios durchführt. Aber woran kann man sich hierbei orientieren? Ist die IT-Umgebung wettbewerbsfähig und das Service-Angebot gut aufgestellt?
Hilfreich zur Analyse und Bewertung sind hier sog. Reifegrad-Modelle, die eine vergleichsweise Eingruppierung ermöglichen und Schritte aufzeigen, wie von einem festgelegten Niveau auf die nächste Entwicklungsstufe zu gelangen ist.
Hier eine kurze Übersicht von Reifegrad-Modellen für die unterschiedlichen IT-Aufgabenfelder:
IT Strategie – einfach umsetzen
10. December 2006
Welche Anforderungen sollte eine IT-Strategie in der öffentlichen Verwaltung erfüllen?
Eine Aufzählung von Zielen und IT-Vokabeln und der Hinweis, dass die IT doch so betriebskritisch für die Verwaltungsprozesse ist? Eine Verknüpfung zu der aktuellen politischen Agenda, Details was genau und wie umgesetzt werden soll und wann welche Ergebnisse und Veränderungen erwartet werden?
Wie präzise müssen die Details sein? Eine Zusammenfassung für Entscheidungsträger mit den wesentlichen Leitaussagen oder ein genauer Plan für Systemingenieure, Administratoren und Anwendungsentwickler?
Hier finden Sie Beispiele für die verschiedenen Aspekte und Diskussionsgrundlagen im Zusammenhang mit der Entwicklung einer IT-Strategie im Bereich der öffentliche Verwaltung:
Steuerung von internen IT-Abteilungen
2. December 2006
In einer CIO-Kolumne beschreibt Deloitte-Berater Lademann die Herausforderungen bei der Steuerung von internen IT-Dienstleistern und geht auch auf aktuelle Outsourcing-Diskussionen ein.
Hier der Link zum Artikel: http://www.cio.de/knowledgecenter/outsourcing/830253/index.html
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