IT-Strategie in 3 Schritten: Die Bereitstellung definieren
8. August 2009
Bei der Erarbeitung einer IT-Strategie sollten insbesondere die Bereiche der Anforderungen, Steuerung und Bereitstellung der IT berücksichtigt werden. In diesem dritten Teil geht es um die Klärung der Bereitstellung der IT.
Wie sollen wir unsere Fähigkeiten und Ressourcen der IT weiterentwickeln, um die Erfolgsfaktoren der Fachbereiche bestmöglich zu unterstützen? In der Diskussion mit den Führungsverantwortlichen und wesentlichen Interessengruppen sollte klar herausgestellt werden, welche Leistungen die IT unterstützt und wohin sich die IT-Organisation weiterentwickeln muss.
Die zukünftige Ausrichtung der IT-Organisation, hierfür erforderliche Fähigkeiten und die wichtigsten Personalentwicklungsmaßnahmen sollten im Fokus stehen. Hierbei kann die Beantwortung folgender Fragen helfen…
1. Welche IT-Serviceleistungen sind definiert und wie erfolgt das Management dieser Services?
- Wer ist für welche IT-Services mit welchem Geltungsbereich (gesamte Organisation, nur einzelne Regionen oder Fachbereiche) verantwortlich?
- Welche Services werden angeboten? Daten- und Sprachdienste, Videokonferenzen, Internetservices, Anwendungsentwicklung?
- Gibt es ein organisationsübergreifendes Geschäftsprozessmanagement, Architekturmanagement, Projektmanagement und welche Verantwortlichkeiten gibt es hier?
2. Wie sieht die zukünftige Unternehmensarchitektur oder der Bebauungsplan der Anwendungslandschaft aus?
- Wo liegen die größten Schwächen bei den aktuellen Komponenten und wie soll die Zielarchitektur aussehen?
- Warum unterstützt diese Zielarchitektur besser die Fachbereichsziele?
3. Was sind die kritischen Personalentwicklungsmaßnahmen?
- Wohin soll sich die IT-Organisation entwickeln und welche personellen Fähigkeiten hierzu sind heute nicht vorhanden?
- Welche Möglichkeiten zur Optimierung der kritischen Personalprozesse im Techniksektor (Rekrutierung, Einstellung, Personalentwicklung, etc.) sind zu nutzen?
4. Welche Schwerpunkte sind zukünftig im Bereich der Beschaffung von IT zu setzen?
- In welchen Bereichen sollen die IT-Leistungen über externe Dienstleister beschafft werden?
- Warum sollen in diesen Bereichen Leistungen fremd vergeben werden (Kostenreduzierung, Konzentration auf Kernaufgaben, Bereitstellung von Fähigkeiten, die intern nicht vorhanden sind, etc.)?
- Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl der Lieferanten (Finanzstärke und Marktbewertung, regionale Nähe, Branchenwissen)? Sollen wenige strategische Lieferanten oder eine Vielzahl von kleineren Lieferanten eingesetzt werden?
- Ist eine gewisse Herstellerunabhängigkeit in welchen Bereichen notwendig (z.B. innerhalb von 2-3 Jahren muss ein Wechsel ohne Einschränkung möglich sein)?
- Wer managt die Lieferantenbeziehungen und nimmt Leistungen ab (Risikoverteilung, Boni und Vertragsstrafen, etc.)?
Die Klärung der Anforderungen ist auch bei Fragen des Outsourcing von enormer Wichtigkeit, wie Gartner-Analystin Helen Huntley in diesem Video noch einmal erläutert.
Teil 1 – Sourcing-Strategie
Teil 2 – Anforderungen der Fachbereiche
Erfolgreiche Strategiedokumente dokumentieren nicht nur den aktuellen Stand, sondern zeigen Wege und Möglichkeiten in die Zukunft auf. In den einzelnen Elementen ist immer zu fragen:
- Ist das Ziel und der Geltungsbereich der IT-Strategie klar? Für wen ist die IT-Strategie und welchen Wert bring diese für die Zielgruppe?
- Ist der Fokus auf die speziellen Erfolgsfaktoren der Fachbereiche gerichtet? Wie sind wir erfolgreich und wie kann die IT hierbei unterstützen?
- Deckt die IT-Strategie alle drei Bereiche (Anforderungen, Steuerung und Bereitstellung) ab?
- Gibt es eine Zusammenfassung auf einer Seite? Ist das Gesamtdokument nicht länger als 20 Seiten?
Der größte Gewinn für die Organisation ist jedoch nicht nur die reine Dokumentation der IT-Strategie, sondern die regelmäßige Diskussion mit den Führungsverantwortlichen über die dargestellten Fragen…
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Harald
21.03.2010
Sehr guter Artikel, die 3 Schritte sind hier gut beschrieben, danke Artikel ist gespeichert.