Artikel für die Kategorie: ‘Strategie’
Das Ende der IT-Abteilung
10. February 2008
Nicholas Carr beschreibt in seinem neuen Buch The Big Switch die große Veränderung in der IT-Branche von bislang eigenen internen IT-Abteilungen zu Internet Netzwerkdiensten und dem sog. Utility Computing. Er zieht damit Vergleiche zu Entwicklungen wie sie vor hundert Jahren mit der Elektrizität vollzogen wurden. Zur damaligen Zeit produzierten die Firmen ihren eigenen Strom mit dem Einsatz und der Wartung eigener Generatoren. Dies war im nachhinein extrem ineffizient und kostenträchtig. Auch heute investieren die meisten IT-Organisationen in den Firmen oder der öffentlichen Verwaltung den größten Teil ihres Budgets und der personellen Aufwände in die Wartung und den Betrieb der eigenen IT-Infrastruktur.
Warum soll auch zukünftig der Großteil der Investitionen und personellen Aktivitäten in die Wartung und den Betrieb der Basis-Infrastruktur gehen? Was sind die eigentlichen Kostentreiber in diesem Bereich? Sind neue Modelle der Bereitstellung von IT-Diensten wie z.B. Software as a Service, Virtualisierung und die Internet-Plattform geeignet zur Ablösung der traditionellen internen IT-Dienstleistungen?
Diese Fragen werden in der nächsten Zeit durch die IT-Entscheidungsträger zu beantworten sein. Hierbei gilt es sicherlich für das spezifische Umfeld der IT-Organisation herauszuarbeiten, was das Besondere an den intern erbrachten IT-Dienstleistungen gegenüber Standard- oder Netzwerkdiensten ist, die für einen großen Nutzerkreis überall in der Welt erbracht werden können. Wie auch bei seinem ersten Buch Does IT Matter wird das neue Buch für intensive Diskussionen sorgen…
Weitere Meinungen zum Buch sind hier zu finden:
Computerwoche 2/2008
Informationweek 3/2008
Whimsley 1/2008
Guardian 2/2008
Interview mit Nicolas Carr unter netzwertig.com :
Gefangen im Netz
The Big Switch: Our New Digital Destiny: English Books: Nicholas CarrISBN: 0393062287ISBN-13: 9780393062281 |
Die Prognose fürs Jahr 2008
28. December 2007
Was sagt man nicht alles über die Wetterpropheten oder diejenigen, die in die Glaskugeln schauen – erstens kommt es anders und zweitens als man denkt…
Zum Jahreswechsel wage ich dennoch für die gute alte IT-Organisation einige Prognosen oder Vorhersagen, die meines Erachtens im Laufe des Jahres 2008 eintreten werden oder einen wachsenden Trend darstellen. Vielleicht hat ja jemand weitere oder gegenläufige Ideen und wir können am Ende des Jahres 2008 dann abrechnen…
Veränderungen in der IT-Organisation nehmen in 2008 drastisch zu:
- Standard-Infrastrukturservices werden zunehmend fremd vergeben.
Weltweite per Fernadministration verfügbare Standarddienste werden zunehmend in akzeptabler Form (wirtschaftlich sowie auch in der Servicequalität) angeboten. Ein Drittel aller eMail-Zugänge werden Ende 2008 extern bereitgestellt (Software as a Service, etc.). Service-Provider aus Indien wachsen hierbei überproportional und nehmen erstmalig einen Platz unter den 10 weltweit führenden Anbietern ein.
Die Anforderungen an einzuhaltende IT-Sicherheitsstandards bei diesen Fremdleistungen steigen kontinuierlich und dies kann gleichzeitig zu höheren Kosten oder Personalproblemen führen.
Für alle potenziellen internen IT-Leistungen stehen weiterhin nicht ausreichend qualifizierte IT-Beschäftigte zur Verfügung.
- Die strategischen Schwerpunkte verlagern sich auf die Themenbereiche Programm- und Portfoliomanagement, Unternehmensarchitektur, Business Intelligence und Web 2.0 Initiativen.
Kenntnisse in Projektmanagement werden zunehmend von allen Führungskräften erwartet. Die Priorisierung einzelner Projektideen im Hinblick auf die Umsetzung von Fachbereichs- oder Unternehmenszielen, die sinnvolle Bündelung von Einzelprojekten zu unternehmensweiten Veränderungsprogrammen und eine ausgewogene Prüfung und Erfolgskontrolle dieser Programme stehen zunehmend im Mittelpunkt des IT-Managements.
Organisationen, die sich hierbei stärker auf die standardisierte elektronische Umsetzung übergreifender Prozessketten konzentrieren sind erfolgreicher als die Organisationen, die weiterhin IT-Lösungen in funktionalen Silos einsetzen. Hierzu steigen die Anforderungen an Teams, die sich mit den Bebauungsplänen der Geschäftsprozesse und IT-Lösungen beschäftigen (Enterprise Architecture). Sie werden zukünftig mehr beraten und überzeugen, warum gemeinsam genutzte und wiederholt einsetzbare IT-Services für die Umsetzung von Geschäftszielen erfolgreich sind und benötigen dafür vermehrt soziale und fachliche Kompetenzen anstatt IT-Produktstandards mit Zwang vorzugeben und zu kontrollieren. Weiterhin wird sich der Fokus in 2008 vermehrt auf die sog. Informationsarchitektur (Organisation von Inhalten, Metadaten, gemeinsam genutzer Informationswelten) konzentrieren und nicht mehr vordergründig auf die technischen Architekturkomponenten.
Der Einsatz von Software rund um das Thema Business Intelligence nimmt weiterhin zu. Hierbei werden nicht nur wie bislang strukturierte Datenbestände, sondern auch zunehmend eMails, RSS-Feeds, Wiki- und Blogeinträge eingebunden und analysiert. Insbesondere integrierte Suchtechnologien werden eingesetzt. Zunehmend werden in diesen Bereichen auch Beschäftigte eingesetzt, die keine speziellen IT-Kenntnisse haben, sondern aus den einzelnen Fachbereichen stammen. Besonders erfolgreiche Unternehmen setzen hierzu gemischte Teams ein, die neben Fachbereichs- und IT-Expertise auch analytische Fähigkeiten aufweisen.
Jede große Organisation experimentiert mit neuen Web 2.0 Initiativen. Das Intranet wird um schnelle von Nutzern einfach bereitgestellte Inhalte erweitert. Werkzeuge für eine schnelle Zusammenarbeit ohne aufwendige Beantragung und IT-Installationen werden eingesetzt. Inhalte werden von Nutzern mit Schlagworten und Kommentaren bewertet. Diese stellen zunehmend eine bevorzugte Suchmethode dar. Der durchschnittliche Mitarbeiter arbeitet gleichzeitig in mindestens fünf ad-hoc Teams im Unternehmen. Ein Drittel dieser Mitarbeiter hat in diesen Teams auch Kontakt zu externen Beteiligten. Die von den Mitarbeitern am erfolgreichsten verwendeten Kommunikationsplattformen stammen hierbei aus dem Internet und nicht von im eigenen Netz betriebenen Softwareinstallationen.
In hierarchisch gewachsenen Organisationen gibt es in 2008 hier zunehmend kulturelle Widerstände. Die mit der neuen Art der Informationsbereitstellung verbundenen kulturellen Veränderungen in der Organisation stellen neben Fragen der Informationssicherheit die größte Herausforderung bei entsprechenden Initativen dar.
- Virtualisierung, ökologische Fragestellungen und das Apple iPhone erreichen die Unternehmens-IT
Die Virtualisierung von Servern und Clients nimmt in 2008 ständig zu. Die Virtualisierungslayer werden immer kleiner und Bestandteil der OEM-Hardware. Virtualisierte Softwarepakete verändert die Art und Weise traditioneller Installationsverfahren. Die Marktführer VMWare, Microsoft, Oracle und ZenSource stellen neue Hypervisortechnologien zur Verfügung. Diese stellen neue Anforderungen an bisher eingesetzte Managementwerkzeuge zur Verwaltung und Steuerung der IT-Infrastruktur. Bestehende Softwarelizenzverträge stehen auf dem Prüfstand bzw. werden vor diesem Hintergrund in 2008 neu verhandelt. Die bislang angefallenen Lizenzkosten verlagern sich zukünftig auf die Service- und Wartungsverträge mit entsprechend zu verhandelnden Konditionen und Rechten.
Bis 2012 sind Open-Source-Komponenten in 75% aller Software-Produkte integriert und Microsoft stellt sein Windows-Betriebssystem für Unternehmenskunden lizenzfrei zur Verfügung (allerdings werden bis dahin auch die Bedingungen für Unterstützung im Rahmen von sog. Software Assurance (SA) verändert und damit die Kosten entsprechend verlagert).
Die sog. Multicore Entwicklung geht weiter mit ständig steigenden Wärmeentwicklungen. Alle 18 Monate verdoppelt sich die Anzahl der Prozessoren in einem PC/Notebook. Multithreaded Softwareanwendungen und Entwicklungen steigen im nächsten Jahr, um von diesen Performance-Steigerungen überhaupt einen Effekt zu erzielen.
Öko-Gütesiegel, schadstoffarme Herstellungsprozesse und Recycling, neue Stromspar-Technologien für Rechenzentren und Standardarbeitsplätze halten in 2008 Einzug in die Unternehmens-IT. Sie werden Bestandteil der meisten öffentlichen Ausschreibungen und größeren Beschaffungsmaßnahmen.
Die Digitale Bildverarbeitung verfolgt uns überall. 82 % der mobilen Endgeräte (Handy, PDA, etc.) in Europa haben eine digitale Kamera. Vidoeüberwachungen nehmen weiter zu (Bahnhöfen, Flughäfen, öffentliche Plätze, etc.) mit wachsendem Bedarf an Speicherkapazitäten. Die Bearbeitungsmöglichkeiten von Videos (z.B. auch auf öffentlichen Plattformen) nehmen zu und damit nimmt auch gleichzeitig die Vertrauenswürdigkeit ab.
Das Apple iPhone wird zwar in 2008 noch nicht flächendeckend im Unternehmenseinsatz zu finden sein, dennoch werden erste Unternehmensanwendungen für die iPhone-Plattform entwickelt und auch eingesetzt. Gegen Ende 2008 wird Apple einer der TOP-5 Smartphone Lieferanten sein. Insgesamt wird die Nutzung mobiler Internetdienste, die IP-Telefonie und der Funknetzwerke (WiFi) in 2008 stark zunehmen.
Und nicht zuletzt…
Der Einfluss der Konsumenten auf die Unternehmens-IT nimmt ständig zu und hier insbesondere der wachsende Frauenanteil. Leistungsmerkmale sind nicht so entscheidend. Einfach zu bedienen, modernes Design und modisch müssen die Geräte sein. Also können wir uns auf wachsende Nachfrage nach stylischen Notebooks am Arbeitsplatz freuen…
Hier noch ein Video von New York Times Technik Autor David Pogue zum Thema einfache Technik und wie man durch ständige Überarbeitung von Softwarefunktionen auch mal ein Softwareprodukt ruinieren kann…
Lesezeichen für das neue Intranet
2. December 2007
Heute nutzen schon viele im Internet das sog. Social Bookmarking über frei verfügbare Dienste wie z.B. del.icio.us, Yahoo Bookmarks oder Mister-Wong. Aber was bringen diese neuen Lesezeichen für das Intranet in großen Organisationen? Wie geht man am besten mit sog. Enterprise Social Bookmarking und Tagging Initiativen um? Wie überzeugt man mit konkreten Vorteilen die einzelnen Fachbereiche? Ist überhaupt eine bestimmte Kultur oder eine kritische Masse an Teilnehmern in einer Organisation erforderlich, um diese Vorteile auch zu erzielen?
Was versteht man nun unter Enterprise Social Bookmarking und Tagging?
- interessante Informationen im Intranet oder auf internen Portalen werden vom Anwender mit Lesezeichen versehen
- diese Lesezeichen werden dann mit aussagekräftigen Schlüsselbegriffen kategorisiert
- die so aufbereiteten Lesezeichen und Schlüsselbegriffe werden dann im Intranet mit Gleichgesinnten ausgetauscht und referenziert
Welche Vorteile kann die Nutzung von Enterprise Social Bookmarking bringen?
- einfache Suche nach Experten, die zu bestimmten Themen besondere Fähigkeiten und Interessen besitzen
- spezielle Themen/Wissen können dynamisch ergänzt und umfassender dargestellt werden, in dem eine Vielzahl von interessierten Teilnehmern in der Organisation weitere Informationen und Lesezeichen hinzufügen
- die am meisten diskutierten Themen und Inhalte können visuell anders dargestellt werden (Themen-Wolke). Themen die die Organisation insgesamt bewegen, lassen sich durch die interne Öffentlichkeitsarbeit besser moderieren
- einfache Suchstrukturen in dezentral gewachsenen Intranets über die Verbindungen zwischen Inhalte, Metadaten und Personen
Wo liegen die typischen Barrieren für eine Umsetzung in großen Organisationen?
- Gibt es überhaupt in der Organisation eine entsprechende Kultur bestimmtes Wissen mit anderen zu teilen? Werden Informationen nur dann freiwillig eingetragen, wenn interne Verpflichtungen oder Regeln bestehen? Warum soll ich meine Informationen an andere Mitarbeiter weitergeben, zu denen ich bei der potentiellen Besetzung von Karrierepositionen im Wettbewerb stehe?
- Gibt es zwischen speziellen Abteilungen formelle Restriktionen im freien Datenaustausch (z.B. Spezialabteilungen in Forschung/Entwicklung, Personalabteilung, etc.)?
- Gibt es datenschutzrechtliche Besonderheiten zu beachten? Haben die Beschäftigten begründete Ängste vor Überwachung ihrer Aktivitäten (Wieviel Zeit hat eigentlich der Kollege für einen solchen Quatsch? Hat er nicht genug zu tun…?)
- Gibt es technologische Einschränkungen in der gewachsenen IT-Struktur der Organisation? Viele Seiten im Intranet mit Frames, wo Lesezeichen wenig Sinn machen?
Ich bin dennoch überzeugt, dass wir in ein paar Jahren in großen Intranets das sog. Enterprise Social Bookmarking wiederfinden werden. Wer hält dagegen? Hat schon jemand erste Erfahrungen in einer Organisation gesammelt? Welche Tools wurden eingesetzt? Fragen über Fragen…
IT-Strategie – Was muss drin sein?
24. November 2007
Kennen Sie nicht die regelmäßigen Formulierungen und Diskussionen im Zusammenhang mit dem Thema IT-Strategie:
- Kaum aufgeschrieben, schon veraltet…
- Steht bei mir im Schrank, schaut keiner drauf…
- Das Tagesgeschäft überholt doch sowieso die tollen Grundsätze…
Warum sich also bemühen etwas aufs Papier zu bringen? Natürlich ist auch die Umsetzung entscheidend, denn was nützt die beste Strategie, wenn kein Prozess der Umsetzung und Überwachung den Wertbeitrag der IT-Strategie messbar macht. Sollte sich trotzdem jemand an die Arbeit machen und wie ich überzeugt sein, dass ohne dokumentierte IT-Strategie das Leben in großen Organisationen schwer fällt, stellen sich weitere Fragen.
Wie bringe ich das komplexe Thema auf 15-Seiten einer Managementfassung und auch noch so, dass andere Entscheidungsträger die ersten zwei Seiten überstehen und etwas damit anfangen können? Wie sollte der Aufbau des Dokumentes aussehen und was sollte inhaltlich enthalten sein?
Hier ein erster Versuch, die wesentlichen Überschriften und Inhalte eines Beispieldokumentes zu erarbeiten. Typisch im Rahmen eines IT-Strategie Dokumentes ist die Ausrichtung auf 3-5 Jahre mit einer jährlichen Überprüfung der Annahmen und Projektpriorisierungen. Die Formulierungen sollten in der Sprache der Führungsverantwortlichen der Kernbereiche in der Organisation geschrieben werden und keine "technischen Buzzwörter" enthalten. Spezielle Themenbereiche ( z.B. detaillierter Umsetzungsplan, Rahmenbedingungen der Informationsarchitektur, etc.) sollten in Anlagen bei Bedarf für spezielle Zielgruppen beigefügt werden.
- Zusammenfassung für Entscheidungsträger
- Leistung der IT zur Erreichung der Fachbereichsziele
- Prinzipien und Leitlinien des IT- Einsatzes
- Organisation, Steuerung und Finanzierungsmodell des IT- Einsatzes
- Übergreifende IT-Architektur und Anwendungsübersicht
- IT- Infrastruktur als erforderliche Basis
- IT-Service und Leistungsprozesse
- Intern und extern notwendige Umsetzungsressourcen
- Risiken im Umsetzungsprozess
- Anlagen
Wie soll dies nun auf etwa 15-Seiten gebracht werden? Welche Botschaften bzw. Inhalte sind zu den einzelnen Punkten darzulegen? Hier eine kurze Übersicht:
Zusammenfassung:
Länge: Halbe Seite
Zweck: Zusammenfassung der zentralen Handlungsfelder für Entscheidungsträger
Inhalt: Was sind die wesentlichen Leitaussagen in der IT-Strategie, die einen entscheidenden Wertbeitrag für alle Fachbereichsverantwortlichen darlegen?
Leistung der IT zur Erreichung der Fachbereichsziele:
Länge: Eine Seite
Zweck: Zusammenfassung der wesentlichen Fachbereichsziele und Darstellung des Zusammenhangs zu den in der IT-Strategie dargelegten strategischen Ausrichtungen.
Inhalt: Was sind die aktuellen Treiber in den einzelnen Fachbereichen (Ziele, Handlungsfelder und externe Faktoren)? Warum wurden die strategischen Ausrichtungen in der IT-Strategie so gewählt? Welche messbaren Kennzahlen können durch Umsetzung der strategischen IT-Handlungsfelder beeinflusst werden? Hier können Verweise zu den (soweit vorhandenen) dokumentierten Strategiedokumenten der Fachbereiche aufgeführt werden.
Prinzipien und Leitlinien des IT- Einsatzes:
Länge: Eine Seite
Zweck: Darstellung von 5-10 zentralen Prinzipien, die als Ausrichtung für den täglichen IT-Einsatz und bei IT-Entscheidungen gelten sollten.
Inhalt: Die IT-Prinzipien sollten z.B. darlegen, wo schneller IT-Service notwendig ist, welche grundsätzlichen Organisationsprinzipien in der IT gelten, welche Grundsätze bei externen Dienstleistungen Anwendung finden oder welche Schlüsselkompetenzen bei den IT-Beschäftigten zukünftig erwartet werden. Entscheidend ist hierbei die Frage, ob diese Prinzipien speziell einen Wertbeitrag zu den spezifischen Fachbereichszielen liefern oder ob man diese auf jede IT-Organisation anwenden kann, da sie so allgemeingültig gehalten sind.
Organisation, Steuerung und Finanzierungsmodell des IT- Einsatzes
Länge: Zwei Seiten
Zweck: Erläuterung zu den wesentlichen Steuerungselementen wie IT-Entscheidungen in der Organisation getroffen werden und wer welche IT-Services finanziert.
Inhalt: Wer ist an welchen IT-Entscheidungen zu beteiligen und wer ist für die jeweilige Entscheidung verantwortlich? Dies sollte für die Bereiche Strategie, Investitionen, Projektmanagement, Architektur, Infrastruktur, Sicherheit und Risikomanagement aufgeführt werden. Daneben sollte das Finanzierungsmodell der IT-Leistungen beschrieben werden (Cost-Center, Profit-Center) und Aussagen zu verursachergerechten Verrechnungsmodellen für die Fachbereiche enthalten sein.
Übergreifende IT-Architektur und Anwendungsübersicht
Länge: Zwei Seiten
Zweck: Darstellung der wesentlichen Bausteine der IT-Architektur heute und der angestrebten Zielarchitektur, die für die Unterstützung der zukünftigen Kernaufgaben notwendig ist. Kurzübersicht der heutigen Anwendungslandschaft mit Ausrichtung auf die zukünftigen Veränderungen.
Inhalt: Wie sieht das heutige Anwendungsportfolio aus und wohin soll sich die zukünftige Anwendungslandschaft entwickeln? Hierbei sollten die Kernanwendungen zu einzelnen Prozessbereichen kurz dargestellt und über kleinere Anwendungen lediglich statistische Werte benannt werden. Hier können Verweise zu Anlagen der Informationsarchitektur, technische Architektur und Umsetzungsplan der Detailprojekte aufgeführt werden.
IT- Infrastruktur als erforderliche Basis
Länge: Zwei Seiten
Zweck: Zusammenfassung zu der Basis-Infrastruktur, einschließlich Verteilung, Kosten und Zukunftsfähigkeit.
Inhalt: Was sind die heutigen Bestandteile der IT-Infrastruktur und des Betriebes? Wie sollten sie verändert werden, um noch besser die Fachbereichsziele und kostengünstige IT-Services zu unterstützen? Wie skalierbar ist die Infrastruktur? Kann sie die absehbaren zukünftigen Anforderungen optimal unterstützen (Mobilität, Virtualisierung, etc.)? Wie steht die heutige Infrastruktur im Kostenvergleich dar (optimal wären hier Benchmarkingzahlen zu vergleichbaren Organisationen)?
IT-Service und Leistungsprozesse
Länge: Eine Seite
Zweck: Zusammenfassung der Initiativen, wie die IT-Serviceprozesse effektiv und effizient gestaltet werden können.
Inhalt: Nach welchen Modellen orientiert sich die Betriebsorganisation (ITIL, ISO 20000)? Welche Bereiche werden nicht nach Standardservices organisiert (z.B. aufgrund der spezifischen Fachbereichsziele)? Hier können Verweise zu Prozessdokumentationen z.B. Störungsbearbeitung oder Veränderungsmanagement aufgeführt werden.
Intern und extern notwendige Umsetzungsressourcen
Länge: Zwei Seiten
Zweck: Zusammenfassung der internen und externen Ressourcen, die zur Umsetzung der IT-Strategie notwendig sind.
Inhalt: Wer ist für die Umsetzung der strategischen Initiativen verantwortlich? Kann dies mit den heutigen Ressourcen umgesetzt werden? In welchem Umfang sind externe Dienstleister in welchen Bereichen erforderlich? Sind neue Schulungs-/Ausbildungsmaßnahmen für neue Fähigkeiten erforderlich? Wie könnte ein Finanzierungsplan (Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen) aussehen?
Risiken im Umsetzungsprozess
Länge: Zwei Seiten
Zweck: Erläuterung der wesentlichen Risiken, die mit der Umsetzung der IT-Strategie verbunden sind und Aussagen, wie mögliche Gegenmaßnahmen aussehen könnten.
Inhalt: Wie ist das IT-Risikomanagement organisiert und mit dem Risikomanagement der Gesamtorganisation verbunden? Wer ist für das tägliche Risikomanagement (Notfallplanung, Projektrisisken, etc.) verantwortlich? Wer führt die strategische Risioüberwachung mit den Fachbereichsverantwortlichen zusammen? Welche Abhängigkeiten bestehen (externe Dienstleister, Qualitätssicherungen, etc.)?
Anlagen
Länge: Halbe Seite
Zweck: Weitergehende Dokumente zu den einzelnen Themenbereichen der IT-Strategie.
Inhalt: Glossar der möglichst gering verwendeten Fachbegriffe. Wo findet man zu einzelnen Themen weiterführende Informationen?
Dies sind einige Beispiele, wie ein IT-Strategiedokument aufgebaut werden kann. Sicherlich ist das besondere Umfeld und die Kultur in der jeweiligen Führungsetage gesondert zu betrachten, sowie die spezifische aktuelle Ressourcenlage in der Organisation. Aber vielleicht ist es ja eine hilfreiche Diskussionsgrundlage…
Weitere Artikel zum Thema IT-Strategie mit anderen Beispielen finden Sie hier:
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18. August 2007
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- Standardisierung und Konsolidierung... im Bereich der IT-Infrastruktur
- Multi-Projektmanagement... im Bereich des Projektmanagements
- E-Government... im Bereich von Internet-Services
- Risiko-Management... im Bereich der Informationssicherheit
- Cloud-Computing... im Bereich der Software-as-a-Service
- Mobile-Computing... im Bereich der App-Entwicklung


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