. .

Archiv für June, 2008


Kassensturz im Anwendungszoo

Anwendungen werden beschafft oder entwickelt. Häufig erfolgt dies im Rahmen eines klaren und abgestimmten regelmäßigen Prozesses. Natürlich werden sie dann betrieben, damit sie für den Anwender verfügbar sind. Und dann verschwinden sie regelmäßig vom Radar-Schirm. Die Wartung und Pflege, die Anwenderunterstützung, der Updatezyklus, die kontinuierliche Sicherheitsprüfung, die Investitionen in Erweiterungen und die Entscheidungskriterien, wann die Anwendung abgelöst und migriert werden müssen – alle diese Aufgaben verschwinden in einer dunklen Wolke und erfolgen zu unbestimmten Zeiten. Aber muss nicht gerade dieser kostenträchtige Teil des Lebenszyklus von Anwendungen proaktiv überwacht und gemanagt werden? Müssen die Investitionen nicht bekannt sein, die notwendig sind, um die jeweilige Anwendung auf aktuellen Stand zu halten? Die Kernanwendungen in einem Unternehmen werden doch nicht selten mehr als 10-15 Jahre eingesetzt und erfordern in dieser Zeit ein Vielfaches der eigentlichen Beschaffungskosten.

Aber was ist eigentlich eine Anwendung und wo sollte man die Analyse zunächst eingrenzen? In der heutigen komplexen IT-Infrastrukturlandschaft ist dies nicht mehr so eindeutig feststellbar. Webservice, Mashups, ScriptingHosts, JavaScript und StoredProcedures machen es bei der Identifikation einer Anwendung nicht mehr so einfach, wie es mal zu Mainframe-Zeiten und Terminals war. Ist es die Excel-Tabelle oder die Website mit verteilten Umgebung mit unterschiedlichen Dienstleistern und Zuständigkeitsgrenzen.

Gartner definiert hierbei eine Anwendung als

  • Zusammenstellung von Software-Code, welcher Prozesslogik und Geschäftsregeln enthält
  • Eingaben von Nutzern oder Systemen in Datenstrukturen überträgt und
  • das Ziel verfolgt, Geschäftsprozesse, Aufgaben oder Aktivitäten zu optimieren oder automatisieren

Und was sind die Schlüssel-Elemente in der gesamten Anwendungslandschaft? Weiter lesen »

IT-Strategie – Prozess!

Niemand käme wohl auf die Idee eine Reise von München zur Insel Borkum anzutreten, ohne zu wissen was er auf der Insel machen will, ohne ausreichende Ressourcen (z.B. Benzin, Auto, Bahnfahrkarte, Geld, Unterkunft) für die Reise zu haben und ohne zuvor einen Fahrplan oder ein GPS-System mitzunehmen.

Also warum das Tagesgeschäft laufen lassen, ohne eine gemeinsame Vorstellung zwischen den Fachbereichen und der IT über die gemeinsamen Ziele zu haben, ohne ein klares Verständnis über die aktuelle Ressourcenlage (z.B. Anwendungen, Hard- und Software, Fähigkeiten der Beschäftigten) zu haben und ohne einen abgestimmten Fahrplan der wichtigsten Initiativen, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen.

Die Erarbeitung einer IT-Strategie ist aber auch kein einmaliges Projekt, welches mit einer schönen Hochglanzbroschüre endet, sondern ist ein ständiger Kommunikationsprozess zwischen allen wichtigen Anspruchsgruppen in einer Organisation, unabhängig ob Führungskräfte aus den Fachbereichen oder der IT-Abteilung.

Warum ist der Planungsprozess der IT-Strategie so wichtig?

Warum soll ich etwas aufschreiben, was ehe schon alle wissen und sich nicht ändert?
Eine formale Planung behindert doch nur und ist meistens schnell veraltet? Also warum soll ich eine Strategieplanung über mehrere Jahre bei IT machen, wenn es bei den schnellen Veränderungen in den Fachbereichen keine langjährige Planung gibt?

Hier einige Vorteile für alle Fachbereiche, die aus einem guten strategischen Planungsprozess zu erzielen sind:

  • Eine Beschreibung der erforderlichen Eigenschaften, die die zukünftig gewünschte Organisation ausmachen.
  • Ein klares Bild darüber, wo die Organisation aktuell steht, wie die Ressourcenlage und Fähigkeiten derzeit aussehen.
  • Die gemeinsame Feststellung, wo Lücken zwischenden den aktuellen IT-Fähigkeiten und den gewünschten Ergebnissen liegen.
  • Ein gemeinsames Verständnis darüber, wie und wofür neue Technologien einen entscheidenden Beitrag zu Prozessverbesserungen in den Fachbereichen liefern können.
  • Die Beschreibung realistischer Ziele, die in einem definierten Zeitrahmen mit den vorhandenen Ressourcen umgesetzt werden können.
  • Klare Entscheidungsstrukturen und Spielregeln, die sicherstellen, dass die Organisation auch die erwarteten Vorteile durch den Technologieeinsatz auch erzielt.

Was sind die Schwierigkeiten bei der IT-Strategieplanung?

Es ist wie mit einem kleinen Hund. Zu Beginn ist er so niedlich und wird von allen Familienmitgliedern und Freunden nur bewundert und gekuschelt. Doch über die Zeit wird er größer und verschlingt Tonnen an Futter, er will zu Unzeiten nach draussen, niemand der Befürworter des Kaufes ist für die regelmäßige Betreuung zu finden, er muss häufig zum Tierarzt und beim Ableben kommt es zu einer Familientragödie.

So verhält es sich auch oft bei Anwendungen im Unternehmen. Zu Beginn finden Sie noch Entscheidungsträger aus den Fachbereichen, die bei der Einführung neuer Fachanwendungen zur Seite stehen. Die Fachanwendungen haben jedoch häufig einen langjährigen Lebenszyklus, in großen Unternehmen nicht selten länger als 15 Jahre. Die für die Einführung verantwortlichen Entscheidungsträger sind zumeist aufgrund von Rotationen nicht mehr im Unternehmen oder haben eine andere Funktion übernommen. Neue Führungskräfte fühlen sich nicht mehr für die schwerfällige Anwendung verantwortlich. Die Komplexität und Abhängigkeit aufgrund veralteter Technologie oder die mangelnde Flexibilität zur Anpassung sind bei oberflächlicher Betrachtung auf den ersten Blick nicht ersichtlich.

Aber das IT-Management verantwortet dieses wichtiges Portfolio von Anwendungen, Hard- und Softwareprodukten und Fähigkeiten der Spezialisten, die häufig mehrere Millionen Euro kosten und nicht ohne weiteres ersetzt werden können. Zumeist sind hier Anwendungen darunter, die nicht selten eine Decade die Prozesse in einem Unternehmen prägen. Diese müssen doch wohl über den gesamten Lebenszyklus der einzelnen Anwendungen über eine ganzheitliche IT-Strategie gemanagt werden? Dies ist jedoch nicht isoliert vom IT-Managament alleine möglich, sondern nur in einem ständigen Dialog mit den einzelnen Fachbereichen, auch wenn diese keine dokumentierte Fachbereichsstrategie haben.

Weiter lesen »

Gartner ITxpo in Barcelona

Einmal im Jahr geben die Gartner Anaysten auf dem Symposium ITxpo einen Überblick, welche technologischen Trends und Entwicklungen die IT-Welt aus ihrer Sicht die nächsten 3-5 Jahre entscheiden prägen werden. Auf der diesjährigen Konferenz in Barcelona standen folgende Punkte im Mittelpunkt der Vorträge.

  • Neuausrichtung der IT-Organisation und die hierfür zukünftig notwendigen  Kompetenzen
  • Herausforderungen der Mobilität mit unterschiedlichen Endgeräten und Sicherheitsmanagementlösungen
  • Neue Bereitstellungsmöglickeiten von IT-Services in einer globaliserten Umgebung
  • Industrialisierung der Servicedienste und Bereitstellung über das Internet
  • Neue Rolle der IT-Führungskraft im Hinblick auf Information und Innovation
  • Auswirkungen von sozialen Netzwerkdiensten und dem Web 2.0 auf die IT im Unternehmen

 

keynotes

 

 

Einführungen und Keynotes der Analysten Peter Sondergaard, Ken McGee, Anthony Bradley, Partha Iyengar, Darryl Plummer, Mary Mesaglio stehen auch als Webcasts zur Verfügung.

http://www.gartner.com/it/sym/2008/spr9/keynotes.jsp

Die Keynotes geben einen kurzen Überblick über die Herausforderungen und fassen diese
in 6 Megatrends zusammen:

  • Innovate
  • Advance
  • Connect
  • Globalize
  • Socialize

 

Wie es immer bei solchen Konferenzen ist, muss man sich ja bei den insgesamt 178 Vorträgen in 4 Tagen auf persönlich ausgewählte Vorträge beschränken. Besonders interessant waren hierbei für mich die Vorträge von

  • Andy Kyte und Susan Landry über Anwendungsportfolio und strategische Planung
  • Brian Gammage und Andrew Butler über zukünftige Windows-Betriebssysteme und Virtualisierung
  • John Mahoney und Dave Aron über die veränderten Rollen und Kommunikationsfähigkeiten der IT-Führung

Hierzu werde ich in den nächsten Wochen hier jeweils einen gesonderten Beitrag schreiben…

Die Organisation der Zukunft

In der weltweit größten Studie dieser Art hat IBM mit über 1.100 CEOs und Führungskräften aus der Privatwirtschaft und dem öffentlichen Sektor persönliche Gespräche geführt, um zu erfahren, wie das Unternehmen der Zukunft aussieht und welches die bestimmenden Faktoren für nachhaltigen Erfolg sind.

Die Analyse der Befragung zeigt, dass für den künftigen Erfolg eines Unternehmens fünf Charakteristika entscheidend sind. Einige Unternehmen weisen bereits bestimmte Merkmale des Unternehmens der Zukunft auf, doch nur wenige vereinen sie alle.

  • Die Fähigkeit zur schnellen Umsetzung von Veränderungen
  • Die Fähigkeit den Kunden durch Innovationen zu überraschen
  • Die Fähigkeit weltweit Wissen und Dienstleistungen anzubieten
  • Die Fähigkeit sich selbst neu zu erfinden und tradierte Prozesse über Board zu werfen
  • Die Fähigkeit in allen Aktionen und Entscheidungen authentisch zu wirken

 

Die aktuelle IBM Global CEO Study kann hier heruntergeladen werden.
Zuvor ist jedoch eine kostenlose Registrierung erforderlich:

http://www-935.ibm.com/services/de/bcs/html/ceostudy.html

Futter für Präsentationen

Wie lernen wir am besten? Warum das gleichzeitige Bearbeiten von Vorgängen nicht zur Produktivität beiträgt? Warum visuelle Effekte für Präsentationen so wichtig sind? Zwei neue Bücher bieten die Gelegenheit, über die bisherige Art von Präsentationen nachzudenken.

Dr. John Medina beschreibt in seinem neuen Buch brain rules insgesamt 12 Prinzipien, die Einfluß auf die Funktionsweise des Gehirns haben.

 

 

Weiter lesen »

Seite 1 von 11

Zukünftige Artikel

Über den Autor

Sie finden hier persönliche Gedanken und Beobachtungen zu Veränderungsprozessen
im Technikumfeld von Andreas Lezgus. Mehr über mich lesen »

Vergessen Sie nicht, mich auch auf folgenden Seiten zu besuchen...

Mein Profil auf Xing Meine Bewertungen auf Technorati Meine RSS-Abonnements auf Feedburner Meine Favoriten auf Del.icio.us