. .

Lesezeichen für das neue Intranet

Heute nutzen schon viele im Internet das sog. Social Bookmarking über frei verfügbare Dienste wie z.B.  del.icio.us, Yahoo Bookmarks oder Mister-Wong. Aber was bringen diese neuen Lesezeichen für das Intranet in großen Organisationen?  Wie geht man am besten mit sog. Enterprise Social Bookmarking und Tagging Initiativen um? Wie überzeugt man mit konkreten Vorteilen die einzelnen Fachbereiche? Ist überhaupt eine bestimmte Kultur oder eine kritische Masse an Teilnehmern in einer Organisation erforderlich, um diese Vorteile auch zu erzielen?

Was versteht man nun unter Enterprise Social Bookmarking und Tagging?

  • interessante Informationen im Intranet oder auf internen Portalen werden vom Anwender mit Lesezeichen versehen
  • diese Lesezeichen werden dann mit aussagekräftigen Schlüsselbegriffen kategorisiert
  • die so aufbereiteten Lesezeichen und Schlüsselbegriffe werden dann im Intranet mit Gleichgesinnten ausgetauscht und referenziert

Welche Vorteile kann die Nutzung von Enterprise Social Bookmarking bringen?

  • einfache Suche nach Experten, die zu bestimmten Themen besondere Fähigkeiten und Interessen besitzen
  • spezielle Themen/Wissen können dynamisch ergänzt und umfassender dargestellt werden, in dem eine Vielzahl von interessierten Teilnehmern in der Organisation weitere Informationen und Lesezeichen hinzufügen
  • die am meisten diskutierten Themen und Inhalte können visuell anders dargestellt werden (Themen-Wolke). Themen die die Organisation insgesamt bewegen, lassen sich durch die interne Öffentlichkeitsarbeit besser moderieren
  • einfache Suchstrukturen in dezentral gewachsenen Intranets über die Verbindungen zwischen Inhalte, Metadaten und Personen

Wo liegen die typischen Barrieren für eine Umsetzung in großen Organisationen?

  • Gibt es überhaupt in der Organisation eine entsprechende Kultur bestimmtes Wissen mit anderen zu teilen? Werden Informationen nur dann freiwillig eingetragen, wenn interne Verpflichtungen oder Regeln bestehen? Warum soll ich meine Informationen an andere Mitarbeiter weitergeben, zu denen ich bei der potentiellen Besetzung von Karrierepositionen im Wettbewerb stehe?
  • Gibt es zwischen speziellen Abteilungen formelle Restriktionen im freien Datenaustausch (z.B. Spezialabteilungen in Forschung/Entwicklung, Personalabteilung, etc.)?
  • Gibt es datenschutzrechtliche Besonderheiten zu beachten? Haben die Beschäftigten begründete Ängste vor Überwachung ihrer Aktivitäten (Wieviel Zeit hat eigentlich der Kollege für einen solchen Quatsch? Hat er nicht genug zu tun…?)
  • Gibt es technologische Einschränkungen in der gewachsenen IT-Struktur der Organisation? Viele Seiten im Intranet mit Frames, wo Lesezeichen wenig Sinn machen?

Ich bin dennoch überzeugt, dass wir in ein paar Jahren in großen Intranets das sog. Enterprise Social Bookmarking wiederfinden werden. Wer hält dagegen? Hat schon jemand erste Erfahrungen in einer Organisation gesammelt? Welche Tools wurden eingesetzt? Fragen über Fragen…


Der Artikel wurde am 2.12.2007 geschrieben und folgenden Kategorien zugeordnet: CEO, CIO, Strategie, Wandel.
Lesezeichen auf delicious speichern Nachricht auf Twitter veröffentlichen

6 Kommentare zum Artikel

  1. Guido Karl

    03.12.2007

    Hallo Andreas,
    Serena hat zwar nicht die Größe, fährt aber einen sehr interessanten Ansatz. Facebook als Quasi Intranet. Das was Bill Ives über Serena schreibt ist allemal lesenswert und interessant im Verlauf zu verfolgen.
    Viele Grüße
    Guido

  1. Berlinerin

    03.01.2008

    Wir verwenden in unserer Agentur (nur 3 Programmierer) ein privates Social Bookmarking System um Links zu Themen rund um die Programmierung leicht wiederfinden zu können. Bei einer so geringen Anzahl von Nutzern sind sicherleich einige Vorteile des Social Bookmarkings (die beliebtesten Tags nach oben, aktuell heiße Themen etc) völlig bedeutungslos. Was jedoch der Nützlichkeit der intern öffentlichen Linksammlung keinen Abbruch tut.
    Auch erlöst es uns von dem ewigen “warte, ich schicke Dir mal schnell den Link” und “Google mal nach …”

    Soweit die persönlichen Erfahrungen.

    Liebe Grüße Berlinerin

  1. Andreas

    14.01.2008

    Hallo Berlinerin,

    danke für die persönlichen Erfahrungen.
    Ihr seid ja mit der Agentur in dieser Größe wie ein ‘Schnellboot’ und könnt neue Technologien und Ausrichtungen einfach und schnell umsetzen.
    In Organisationen mit > 10.000 Beschäftigten und hierarchischen Aufbau dauert es schon häufig sehr lange den ‘Tanker’ umzusteuern. Wobei der Netzwerkeffekt hier umso größer wäre. Bin mal gespannt auf die ersten Erfahrungen in größeren Organisationen…

    Viele Grüße nach Berlin

    Andreas

  1. Mike

    11.02.2008

    Na solche Services sind sicherlich eine willkommene Abwechslung…Danke für die möglichen Vorteile etc…

  1. Mario

    19.01.2010

    Also die Lesezeichen sind eine tolle Sache. Da kann man sich schnell ein paar gute Seiten merken bzw. speichern.

  1. Chris

    06.03.2010

    Lesezeichen sind super, genauso wie Bookmarks. Da kann ich meine Lieblingsseiten schnell besuchen und los surfen.

Die folgenden Seiten verweisen auf diesen Artikel (1)

Einen Kommentar schreiben



Über den Autor

Sie finden hier persönliche Gedanken und Beobachtungen zu Veränderungsprozessen
im Technikumfeld von Andreas Lezgus. Mehr über mich lesen »

Vergessen Sie nicht, mich auch auf folgenden Seiten zu besuchen...

Mein Profil auf Xing Meine Bewertungen auf Technorati Meine RSS-Abonnements auf Feedburner Meine Favoriten auf Del.icio.us